MÄNNER WOHNEN ANDERS

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Schatz, wir passen nicht zusammen. Du richtest dich schrecklich ein. Du hast keinerlei Interesse für eine schöne Einrichtung. Du bist so unordentlich. Und überhaupt; du hast keinen guten Geschmack für Einrichtung und Möbel. Hat dir eine, oder gar deine Frau, schon mal einen der oben stehenden Sätze an den Kopf geworfen? Ist das eigentlich nur ein Missverständnis und eine große Ansammlung von Vorurteilen? Haben wir Männer denn wirklich keine Ahnung wie man sich ordentlich einrichtet?

Ich kenn es noch von meinen Großeltern. Der Mann kümmert sich um den Garten. Die Frau kümmert sich um das Haus. Bei Einrichtungsfragen war immer klar, wer die Entscheidungsgewalt hat. Dieses Phänomen ist bestimmt auch anderen so oder so ähnlich bekannt. Ich habe mich immer wieder gefragt, ob mein Opa es nicht besser wusste, oder ob er einfach keine ewigen Diskussionen über Schränkchen und Sofa führen wollte. Das, was meine Großeltern so einfach geklärt hatten, ist ein grundlegender Unterschied bei Männern und Frauen und heute ein leidiges Thema in vielen Beziehungen. Frauen wollen mit der Einrichtung Gefühle und Stimmungen ausdrücken. Männer wollen ein Abbild von sich schaffen. Doch wie passen beide zusammen?

Beim Wohnen ist alles eine Typfrage

Niemand will sich gern die Butter vom Brot nehmen lassen. Auch nicht der Mann, der bei Einrichtungsfragen immer nachgibt. Darum ist es um so wichtiger, wenn Mann und Frau sich gemeinsam bei Einrichtungsfragen ausleben können. Damit ist nicht die Trainingsecke in der Garage gemeint, die der Mann sich hart erkämpft hat. Wir schrieben darüber bei „Zu hause trainieren oder lieber ins Studio“. Damit ist ein ganzer Raum oder zumindest ein größerer Bereich in der Wohnung oder im Haus gemeint, wo der Partner wenig bis gar kein Mitspracherecht bei der Gestaltung hat. Was das bringen soll, fragst du jetzt? Erst einmal kann sich so jeder einen persönlichen Lieblingsplatz schaffen. Das macht das Leben in den vier Wänden gleich viel angenehmer. Wenn immer nur ein Beziehungsteil entscheidet (ja, es ist oft die Frau), wie es aussehen soll, dann fühlt sich der andere schnell als Gast in der eigenen Wohnung. Es ist wichtig, dass Mann und Frau die Möglichkeit haben sich zu entfalten. Das heißt nicht, dass man die Flausen des anderen nicht weiterhin schrecklich finden kann. Ihre Herzchenkissen und rosa Bilderrahmen sind genauso eine Katastrophe wie seine 1,5-Meter-Standlautsprecher, die allein schon ein halbes Zimmer belegen. Ihr kennt das 😉

Der Kompromissvorschlag beim Wohnen

Die ewigen Spannungen durch die Einrichtung des anderen, die einem selbst nicht gefällt und auch nie gefallen wird, kann man mit einem Kompromiss begegnen. Warum nicht mal einen Raum ganz neu gemeinsam einrichten?! Es muss ja nicht gleich das Wohnzimmer sein. Fangt klein an. Der Dachboden oder das Gästezimmer wären ein guter Anfang. Der Dachboden ist meist ein stark vernachlässigter Ort. Dort kann man sich es gemeinsam richtig schön machen. Sucht euch ein schönes Sofa, oder besser gleich eine gemütliche Liegewiese, aus. Am besten eine, bei der ihr die Lehnen verstellen könnt. Dazu ein schöner Teppich davor; nicht rosa, nicht schwarz. (Es sei denn, ihr mögt beide eine dieser Farben) Denkt immer daran, dass dies euer gemeinsamer Rückzugsort werden soll.

  • Besonders wichtig bei Dachfenstern am Dachboden ist ein effektiver Sonnenschutz im Sommer. sonst wird’s schnell zu warm und ihr könnt euch nur in eure Wohlfühloase träumen und müsst auf kühlere Zeiten warten. Auch ein guter Sichtschutz für die Fenster ist eine gute Idee. Für Dachfenster gibt es Rollos in vielen Farben, so dass auch bei dieser Wahl kein Streit entstehen muss. Im Veluxshop gibt es für viele Fenster etwas Passendes.
  • Was Schränke oder Regale betrifft, so seid ihr schon von den Gegebenheiten unterm Dach stark eingeschränkt. Empfehlenswert sind Regalmodule à la „Kallax“ von Ikea. Die lassen sich gut erweitern und nach eigenem Geschmack mit Fächern, Türen usw. versehen.
  • Reißt euch die Gemütlichkeit nicht damit ein, einen Fernseher in eure Oase unterm Dach zu stellen. Fernsehen könnt ihr im Wohnzimmer. Für Ruhe und Entspannung hingegen wäre etwas Musik nicht abträglich. Aber Achtung Männer, es ist keine HiFi-Lösung mit Konzert-Qualität notwendig.
  • Wenn es euch dort oben so gut gefällt, dass ihr auch gern die Nächte da verbringen wollt, braucht ihr noch ein Bett. Die Liegewiese eignet sich für ein entspannendes Nickerchen. Zum Schlafen hingegen ist ein Bett mit niedrigem Kopfteil zu empfehlen. Das kann man dann gut im Kniestock positionieren. Das spart Platz.
  • Beleuchtung ist noch ganz wichtig. Verzichtet dabei einfach auf eine raumflutende Gesamtbeleuchtung. Die Stellen, an denen ihr euch aufhaltet, können mit Stehlampen und Spots ausgeleuchtet werden. Das schafft ganz einfach ganz viel Gemütlichkeit.

Ich habe gar kein Dachboden

Wie du gemerkt hast, lassen sich einige Tipps auch für andere Räume nutzen. Wie eingangs schon beschrieben, ist es wichtig, dass ihr euch beide darauf einlasst. Welchen Raum ihr letztendlich gestaltet und einrichtet, spielt fast keine Rolle. Wenn ihr zwei Sturköpfe seid, braucht ihr Regeln, damit ihr euch nicht an die Gurgel springt, wenn es um die Wahl der Stehlampe, oder der Sofakissen geht. Beispielsweise: Wer nachgibt, bekommt beim nächsten Einrichtungsgegenstand ein Vetorecht, oder darf ohne Zustimmung des Anderen wählen. Wie ihr das löst, könnt ihr ausknobeln. Wichtig ist, dass ihr das vorher macht und euch daran haltet. dann wird alles gut und eurer Wohlfühloase steht nichts mehr im Wege.

Hast du in Sachen Einrichtung zu Hause nichts zu sagen? Gibts du ständig nach, oder ist dir das alles egal. Welche Erfahrungen hast du schon mit deinem Partner gemacht, wenn es um die Einrichtung ging? Lass es uns wissen und schreib uns ein Kommentar.

Hier sind noch ein paar Lese-Empfehlungen, wenn du mehr über die Psychologie des Wohnens wissen willst, oder einen Ratgeber für eine tolle Einrichtung suchst.

Dies Beitrag entstand in Kooperation mit Velux.
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Titelbild: © XtravaganT / Fotolia.com

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